
Erdbeben in Südostasien Zahl der Todesopfer in Myanmar weiter gestiegen
Fast eine Woche nach dem Erdbeben in Südostasien sind in Myanmar inzwischen mehr als 3.000 Tote geborgen worden - die Zahl wird wohl noch steigen. In Bangkok machen Geräusche aus einem eingestürzten Hochhaus Hoffnung auf weitere Überlebende.
Die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Erdbeben in Myanmar ist weiter gestiegen. Die Opferzahl liege nach weiteren Funden der Such- und Rettungsteams nun bei 3.085, die der Verletzten bei 4.715, teilte die Militärregierung mit. 341 Menschen würden noch vermisst.
Lokale Medien nannten teils noch höhere Zahlen. Angesichts ausgefallener Kommunikationsnetze und schwer erreichbarer Gebiete gingen Beobachter davon aus, dass auch die offiziellen Opferzahlen weiter steigen.
Das Epizentrum des Bebens der Stärke 7,7 am vergangenen Freitag lag nahe Mandalay, der zweitgrößten Stadt des südostasiatischen Landes. Tausende Gebäude, Straßen und Brücken in verschiedenen Regionen wurden zerstört.
Zusammenstöße trotz Waffenruhe
Das Militär rief gestern eine Waffenruhe im Bürgerkrieg bis zum 22. April aus. Ziel sei es, die Erdbebenhilfe zu erleichtern. Zuvor hatten bereits bewaffnete Widerstandsgruppen einseitige Feuerpausen ausgerufen. Das Militär erklärte, es werde weiterhin "notwendige" Maßnahmen gegen andere Konfliktparteien ergreifen, wenn diese die Waffenruhe dafür nutzten, sich neu zu formieren, zu trainieren oder Angriffe zu starten.
Berichten von Bewohnern zufolge kam es in der Nacht weiter zu Zusammenstößen zwischen der Militärführung und Widerstandsgruppen. Demnach startete die Junta mehrere Militäroperationen in der von dem Beben betroffenen Region Sagaing.
Das Erdbeben hat die humanitäre Krise in Myanmar weiter verschlimmert. Bereits davor waren nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als drei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben und fast 20 Millionen Menschen hilfsbedürftig.
Mögliche Lebenszeichen in Bangkok
In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hoffen die Behörden derweil, fast eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben noch Leben zu retten. Gouverneur Chadchart Sittipunt erklärte, unter den Trümmern eines eingestürzten Hochhauses in der Nähe des beliebten Chatuchak-Markts, das sich noch im Bau befand, seien Geräusche geortet worden, die ein Lebenszeichen darstellen könnten.
Am Mittwoch war ein Mann nach fünf Tagen aus den Trümmern gerettet worden. Die Behörden in Bangkok meldeten bisher 22 Tote und 35 Verletzte.